Wappen von DölsachEntstehung und Ansiedlung   
b_250_150_16777215_00_images_stories_doelsach_aguntum.gifUm 800 v. Chr. ließen sich illyrische Ansiedler an den sonnseitigen Hängen des Lienzer Talbodens nieder und gründeten die Siedlung Aguntum. Ca 400 v. Chr. drangen die Kelten ein und übernahmen die Herrschaft in Aguntum; ihr Königreich hieß Noricum und Aguntum war ein wichtiges Zentrum. 113 Jahre v. Chr. übernahmen die Römer die Herrschaft über Noricum, Aguntum erhielt von Kaiser Claudius das Stadtrecht und wurde von einem römischen Bürgermeister geleitet.
Cäsar baute die Straße von Aquilea (römische Ausgrabungen bei Grado/Italien) über den Plöckenpass nach Aguntum. Nach dem Ende der Römerzeit kamen die Stürme der Völkerwanderung und für Aguntum begann eine unsichere Zeit des Auf und Ab.
b_250_150_16777215_00_images_stories_doelsach_aguntum1.gifNaturkatastrophen, wie Vermurungen und Überschwemmungen zerstörten Aguntum fast zur Gänze. Um ca. 600 n. Chr. drangen die Slawen bis ins Pustertal vor. Aus dieser Zeit stammen auch die heutigen Flur-, und Ortsnamen. Dölsach, "Doelze", ist ein slawisches Wort und bedeutet "Anwohnern des Tälchens".

Karl der Große verfügte ca. 800 n. Chr., dass die Orte südlich der Drau kirchlich den Patriarchen von Aquilea unterstehen sollten, jene nördlich der Drau und somit auch Dölsach, unterstanden dem Bistum Salzburg. Osttirol gehörte zur Marktgrafschaft Kärnten und wurde von den Grafen zu Görz regiert, die ihren Sitz in Schloss Bruck hatten. Nach dem Aussterben der Görzer Grafen um 1500 n. Chr. kam Osttirol zu Tirol. Um 1810 gehörte Dölsach zur französischen Provinz "Illyrien" und erhielt ein französisches Gemeindesiegel (maire de Dölsach).
 

Dölsach  
 
Dölsach leitet sich von "dolice = kleines Tal" her und bedeutet, "bei den Kleintalern". Urkundliche Erwähnung b_250_150_16777215_00_images_stories_doelsach_doelsach.giffindet der Ort erstmals 1197, ist bis 1676 Sitz einer sog. "Urpfarre", im Jahre 1545 mit 4 Höfen, 1 Ganz-, 3 Halb-, 3 Viertel- und 1 Achtelhuben sowie 9 Sollhäuser ausgestattet und gilt als wirtschaftlich ertragreichste Ortschaft. Von 1938 wird Dölsach als Verwaltungssitz der Großgemeinde mit dem Gebiet von Iselsberg/Stronach vereint und bleibt nach der Trennung davon im Jahre 1945 Sitz der heutigen Gemeinde. 

Gödnach 
 
Gödnach lässt sich vom slawischen "godinje" = "angenehm, b_250_150_16777215_00_images_stories_doelsach_goednach.gifheiter" deuten, das soviel wie "Schöndorf" bedeutet und kann, mit einer Eintragung im Jahre 1022, als urkundlich älteste Ortschaft bezeichnet werden. Die Vielzahl der Nennung "edler" Bewohner in Urkunden vor 1500 unterstreicht die Bedeutung des Siedlungsgebietes als "Nobelviertel", das auch schon von den Römern besiedelt war (Mauerreste, Sprachdeutung). Der Ort besteht zu jener Zeit aus einem Hof, 3 Huben, 5 Halb- einer Viertelhube und 8 Sollhäusern. Gödnach wird 1852 mit Görtschach zusammengelegt und 1938 in Dölsach eingemeindet. 
 
Göriach 
 
Göriach stammt von slawischen "gore" = Berg ab und wird als "bei den Bergern" hergeleitet. Erstmals 1299 im b_250_150_16777215_00_images_stories_doelsach_goeriach.gif"Görzer Urbar" als zinspflichtig erwähnt, besteht der Ort im Jahre 1545 aus 2 Höfen, 8 Huben, 4 Halb-, und 2 Viertelhuben und wird zusammen mit Stribach im Jahre 1938 in Dölsach eingemeindet. Der Reisende Beda Weber beschreibt um 1900 die Ortschaft Göriach als "durchwegs nur mit Einödhöfen besetzt, die Häuser sind von blühenden Obstgärten umfangen und die Felder dieser Gemeinde gehören zu den fruchtbarsten des ganzen Landesgerichts". 

Görtschach 
 
b_250_150_16777215_00_images_stories_doelsach_goertschach.gifGörtschach deutet sich vom slawischen "göricah" = "bei den Bichlern" her und wird erst 1400 in einem Lehensbrief erwähnt. Seine Lage an der Grenze zweier Landgerichte (Lienz und Lengberg) führt öfters zu Übergriffen. 1545 existieren 2 Höfe, 5 Huben und 5 Halb- bzw. 1 Viertelhube. Eine Zoll- und Mautstation befand sich beim Kapaunwirt bzw. beim "Einnehmerhof". Zusammen mit Gödnach verliert der Ort durch die Eingemeindung mit Dölsach im Jahre 1938 seine Selbständigkeit. 

Stribach 
 
b_250_150_16777215_00_images_stories_doelsach_stribach.gifStribach lässt sich sprachlich vom slawischen "tribiti" = "roden" (Debantbach) herleiten. Erstmalige Erwähnung findet Stribach 1060 in einer Schenkungsurkunde, besitzt 1545 einen Hof, 4 Huben, 2 Halbhuben und mit Gendorf einen adeligen Ansitz. Die Ortschaft ist selbständige Verwaltungseinheit bis 1852, wird dann im Zuge des neuen Gemeindegesetzes mit Göriach zusammengelegt und 1938 in die Großgemeinde Dölsach eingegliedert.
 

Kirchengeschichte:

788 wurde in Karantanien die Fränkische Reichsordnung eingeführt, was für Dölsach zur Folge hatte, dass der Ort zur Urpfarre wurde.

Kirche zum Hl. Martin (Pfarrkirche)

Aufgrund der frühen Erhebung der Gemeinde zur Pfarre, kann man vom Existieren einer Pfarrkirche bereits ab dem Jahr 488 ausgehen. Erstmals erwähnt wird die Kirche zum Hl. Martin jedoch erst 1243. Nachdem das Gotteshaus 1857 durch einen Brand zerstört wurde, errichtete man eine neuromanische Kirche.

Kirche zur Hl. Margarethe (Filialkirche)

Dieses Gotteshaus wurde im 13. Jahrhundert errichtet, wobei die Fresken an der Außenfassade aus dem 15. Jahrhundert stammen. 1662 wurde ein Tonnengewölbe auf die Kirche aufgesetzt und der bis heute erhaltene Altar errichtet.


Berühmte Persönlichkeiten aus Dölsach

Egger-Lienz, Albin

Geb. 29.1.1868 in Stribach, gest. 4.11.1926 bei Bozen
Als unehelicher Sohn geboren, verbrachte Albin Egger-Lienz sein erstes Lebensjahr bei einem Bauern, bevor ihn sein Vater adoptierte und zu sich nahm. 1884 bis 86 besuchte er die „Naturklasse“ der Münchner Akademie. 1893 wurde er durch sein Bild „Karfreitag“ in München der Kunstszene ein Begriff. Nachdem er sich in der folgenden Zeit einen Namen machen konnte, übersiedelte Albin Egger-Lienz 1899 nach Wien, wobei er während seiner Wiener Zeit die Sommer in Tirol verbrachte. 1911 sollte er an die Wiener Akademie berufen werden, dies scheiterte jedoch am Einspruch des österreichischen Thronfolgers, woraufhin Egger seine Zelte in Wien abbrach und nach Hall übersiedelte. 1912-13 ging er nach Weimar um an der dortigen Akademie zu lehren, wobei er danach wieder nach Tirol zurückkehrte. Diesmal an den Grünwaldhof bei Bozen. In dieser Zeit schuf der Künstler die wichtigsten Bilder seines Lebenswerkes.


Defregger, Franz von

Geb. 30.4.1835 in Stronach, gest. 2.1.1921 in München
Als Sohn einer wohlhabenden Bauernfamilie war der weitere Lebensweg des Franz von Defregger eigentlich schon vorbestimmt. 1858 erbt er den elterlichen Hof und verkaufte ihn 1860, um nach Amerika auszuwandern. Franz von Defregger blieb jedoch in der Heimat und trat in die 1864 in die Werkstatt des Historienmalers Piloty ein. Seine ersten Bilder hatten bereits Erfolg und das Bild zur Silberhochzeit von Kaiser Franz Joseph 1868 („Speckbacher und sein Sohn Anderl“) brachte ihm als Dank die Erhebung in den Adelsstand. Seine Bilder zeigten vor allem das bäuerliche Leben und den Freiheitskampf von 1809. 1878-1910 war er als Professor an der Münchner Akademie tätig, wo er auch seinen Ruhestand verbrachte. Neben seinem künstlerischen Schaffen, förderte er viele junge Tiroler Künstler.

 

Quelle: Gemeinde Dölsach überarbeitet und ergänzt durch MF