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Ansicht Innsbrucks; Albrecht Dürer 1495
Ansicht Innsbrucks; Albrecht Dürer 1495
Infolge der Marktübertragung und somit der Gründung der Stadt Innsbruck am südlichen Innufer, wurde die neue Siedlung ummauert. Für diese Ummauerung kann 1204 als der späteste Zeitpunkt 1204 gelten. Zur gleichen Zeit wurde auch die Burg der Grafen von Andechs in der Stadt errichtet, welche Innsbruck zu ihrem Hauptsitz machten. Dies wurde zwar nicht durch urkundliche Einträge überliefert, jedoch zeigen archäologische Funde, welche 1974 im Zuge der Abrissarbeiten des Hauses Innrain 3 gemacht wurden, dass die Stadtmauer mit der Burgmauer verzahnt war, was auf einen gleichzeitigen Bau hindeutet. Somit kann die Errichtung der Anlage zwischen 1180 und 1204 als gesichert angenommen werden. Erstmals urkundlich erwähnt wurde eine Burg in Innsbruck im Jahre 1263, im gleichen Jahr als Innsbruck zu den Grafen von Tirol kam, und zwar nicht das Gebäude selbst, sonder ein „Capitaneus" desselben.

1279 wurde die Kapelle „in castro" durch den Bischof von Brixen eingeweiht, der auch einen Ablas dazu vergab. In den folgenden Jahrhunderten finden sich zahlreiche Rechnungen über Instandhaltungsarbeiten und Ausbauten der Burg.

1448 heiratete Erzherzog Sigmund Eleonore von Schottland und wählte die Innsbrucker Burg als ihren Wohnsitz. Für die Erzherzogin und ihren Hofstaat wurde ein eigener Trakt  reserviert, der auch einen eigenen Eingang erhielt.

Kaiser Maximilian I. ließ in Innsbruck den Neuhof und die Hofburg errichten, wodurch die bisherige Innsbrucker Burg ihre Funktion als Residenz des Landesherrn verlor. Entsprechend der Maximilianeischen Zeughausoffensive wurde sie in ein Zeughaus umgebaut. Zur selben Zeit wurde das äußere Zeughaus (heute Museum Zeughaus) errichtet, wodurch die ehemalige Burg als „Inneres Zeughaus" bezeichnet wurde.

Ausschnitt mit Andechser Burg
Ausschnitt mit Andechser Burg
Im 16. Jahrhundert wurde der Gebäudekomplex grundlegend saniert, wobei auch 1555 durch den Hofmaler Paul Dax die Fassade künstlerisch gestaltet wurde.  Den Mittelpunkt bildete die Abbildung des Ordens vom Goldenen Vlies, die vom Bindenschild und dem Tiroler Ader umrahmt wurden.  Die übrige Fassade wurde mit Laubwerk und kriegerischen Trophäen verziert.

1755 wurde das Gebäude erstmals als „landesfürstliche Caserne" bezeichnet, worauf 1790 umfangreiche Umbauarbeiten durchgeführt wurden. Der angrenzende Innturm wurde geschliffen und die Mauritiuskapelle abgetragen.

1851-53 wurde die ehemalige Burg zur Innkaserne umgebaut, wobei der Keller verschüttet und der alte Bestand vollkommen verändert wurde.

 

Merian
Burg als Zeughaus; Merian Archontologia Cosmica; 1649
Über die bauliche Substanz der ehemaligen Burg ist gerade aus der Zeit ihrer Erbauung und ihrer Funktion als Residenz beinahe nichts bekannt. Trotz mannigfacher Quellen zu Ausbesserungen und Ausbauten, ist nicht einmal die genaue Position der Burgkapelle überliefert. Eine der wenigen Quellen hierzu ist der Kupferstich „Jnsprug" von Albrecht Dürer aus den Jahren 1494-95.

Wie der Bau zur Zeit seiner Funktion als „Inneres Zeugheus" ausgesehen hat, ist zwar im Detail nicht bekannt, jedoch gibt das Haller Bergbaubuch hierzu gewisse Anhaltspunkte, wo dieser Teil zeichnerisch verewigt wurde.

Autor: Mag. Michael Fritz